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Dritte Etappe PDF Drucken E-Mail
Die dritte Etappe führte uns von Nyidalur zum Godafoss.

 

 

14. Tag: Mittwoch 30.7.2003 (Nyidalur – Fjórðungsvatn)

 

Nach einer ruhigen Nacht standen wir so gegen 8 Uhr auf. Noch einmal genossen wir Gastrecht bei Heiko im Kochzelt. So konnten wir gemütlich und in aller Ruhe unser nahrhaftes Frühstück geniessen. Image

 

Danach packten wir alles zusammen, wobei Balz und Felix vor den Augen einer Reisegruppe einen mustergültigen und bewundernswerten Blitz-Zeltabbau hinlegten. Wir verabschiedeten uns von den Hüttenwarten und von Heiko und nahmen uns sogleich das erste grosse Hindernis des Tages vor, das Furten des Flusses bei Nyidalur. Wie gewohnt war das Wasser brutal kalt und ausserdem war die Strömung an gewissen Stellen relativ stark. Erschwerend kam noch hinzu, dass der volle Rucksack so schwer wie noch nie war. Nachdem wir uns dann auf der anderen Seite des Flusses definitiv fürs Wandern gerüstet hatten gings wieder ab auf der Piste.

 

 

Während wir uns bisher immer auf sehr gutes Kartenmaterial und ausserdem auf die minutiöse Planung von Felix verlassen konnten, waren wir für die letzte Etappe nicht mehr ganz so gut vorbereitet. Aber wir wussten, dass wir einfach weiterhin der F26 folgen konnten um so irgendwann am Godafoss anzukommen. Die Landschaft war immer noch gleich wie vorher, wir befanden uns ja auch immer noch in der Sprengisandur. Nach etwa 5 Kilometern erreichten wir bereits den nächsten Fluss, den wir durchqueren mussten. Die ganze Umrüstung auf Wassertauglichkeit, die Durchquerung und der nachfolgende Schuhwechsel dauern insgesamt fast 20 Minuten. Doch für die Füsse ist ein solcher Fluss immer eine Wohltat, auch wenn das kalte Wasser zuweilen krampfartige Schmerzen bewirkt. Von den folgenden Kilometern gibt es relativ wenig zu berichten. Das Wetter war bedeckt und windig, die graue Landschaft wirkte ziemlich trostlos.

 

 

Später erreichten wir den Fjórðungsvatn, an dessen Anfang wir zuerst eine Verpflegungspause einlegten. Durch das spezielle Licht erhielt die Wasseroberfläche eine grauschwarze Farbe, und mit dem grauen Himmel verbreitete die Landschaft fast so etwas wie eine Weltuntergangs-Stimmung. Wir liessen uns aber nicht unterkriegen und setzten unsere Wanderung fort, wobei wir beschlossen, falls möglich am Ufer des Sees zu campieren, noch bevor die Strasse vom Ufer wegführte. Um einen guten Platz möglichst nahe beim Wasser zu finden wanderten wir fortan direkt am Ufer entlang, wobei es dort tückischen nassen Sand hatte, in welchen man bei kurzem Stehen bleiben sofort fünf Zentimeter einsank. Schliesslich entdeckten wir einen guten Platz, der etwas erhöht war und relativ eben. Die vorhandenen Steine waren wir ja schon früher gewohnt und, Therma-Rest sei Dank, störten uns nicht sonderlich. Wir richteten die Zelte in Windrichtung auf und stellten schon bald fest, dass es hier ziemlich kühl und windig war.

 

 

Image Wir kochten mit Seewasser, das uns allerdings nicht ganz geheuer war, denn der See mitten in der Wüste schien kaum Zu- und Abflüsse aufzuweisen. Trotzdem sind wir froh überhaupt Wasser zu haben. Mühsam hier ist aber der feine schwarze Sand, der wegen dem Wind auch ständig in der Luft herumwirbelt und sich überall ablagert. Wegen dem ungemütlichen Wetter assen wir zum ersten mal das komplette Menu im Zelt. Auch heute stellte sich wieder heraus, dass nicht alle Suppen gleich beliebt sind bei uns. Die Sorte „Gartengemüse fettfrei“ hat noch keiner benutzt, aus Angst an Mangelernährung. Hier draussen ist halt jede einzelne Kalorie Lebenswichtig.

 

 

Nach dem mühsamen Abwasch, bei welchem Simon und Balz fast im See versunken sind, spielten wir Shithead (=Kartenspiel) im Zelt. Währenddessen begann es draussen heftig zu regnen, und der schwarze Sand klebte nun überall fest. Wir mussten deshalb aufpassen, dass wir nicht das ganze Zelt einsandeten. Wir legten uns bald schlafen und hörten dabei noch, wie der Wind immer stärker wurde und an unseren Zelten rüttelte. Ausserdem hatte sich natürlich mittlerweile auch die Windrichtung geändert, sodass die Zelte nicht mehr so gut im Wind standen. Mit dem immer noch vorhandenen Vertrauen in unsere Hilleberg-Zelte schliefen wir dann trotzdem bald ein.

 



 
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