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Zweite Etappe PDF Drucken E-Mail

 

8. Tag: Donnerstag 24.7.2003 (Sigalda – Zufluss zur Kaldakvisl)

 

Nach den gestrigen Anstrengungen planten wir heute eine etwas kürzere Etappe. Wir errechneten auf der Karte eine Distanz von etwas 15 km. Am Morgen liessen wir uns viel Zeit mit Frühstücken, Zelte abbauen, packen, sowie mit der Pflege unserer geschundenen Füsse, Schultern, Knie, etc. Schon bald nach dem Abmarsch erreichten wir eine kleine Brücke bei welcher ein Wegweiser stand, der in Richtung Sprengisandur zeigte, und den wir natürlich fotografieren mussten.

 

ImageWir folgten der Strasse F26, welche ständig auf und ab führte. Der Strassenzustand war für Autos hervorragend, für uns Wanderer allerdings war das harte Pflaster nicht ideal. Während einem Kilometer war die Piste sogar asphaltiert, da es sich um einen Zubringer zum Kraftwerk handelte. Zum Glück war das der einzige asphaltierte Abschnitt der F26! Das Wetter war wieder sehr wechselhaft. Beim ersten Regenguss rüsteten wir uns mit den Regenkleidern aus, doch schon bald hörte es wieder auf.

 

 

Da wir aber weitere Schauer erwarteten behielten wir unsere Regenkleider an, öffneten aber alle möglichen Lüftungen und Reissverschlüsse. Beim nächsten Regen mussten wir so nur noch die Reissverschlüsse schliessen, ohne den Rucksack abzulegen und ohne gross eine Pause einzulegen. Diese Methode bewährte sich und wir wanderten fortan bei unsicherem Wetter immer in den Regenklamotten, welche ausserdem auch einen guten Windschutz bieten. Bei einer Barackensiedlung mitten im nirgendwo tankten wir unsere Flaschen wieder mit sauberem Wasser aus einem Bach.

 

 

ImageDanach folgten wir weiter der F26, welche hier immer noch relativ gut ausgebaut war. Gegen Mittag begann es dann richtig fest zu regnen und es hörte nicht so schnell wieder auf. Nach der n-ten Steigung konnten wir im nächsten Tal den Þorisvatn-Stausee erkennen.

 

 

ImageAls wir beim See ankamen beschlossen wir trotz immer noch starkem Regen etwas zu essen. Büchsenthunfisch mit Crackern, sowie ein Schlückchen Kirsch hoben unsere Stimmung wieder. Trotzdem war es relativ unangenehm das Essen im strömenden Regen einzunehmen. Beim Vergleich zwischen GPS und Karte gab es grössere Differenzen bei der zurückgelegten Distanz. Gemäss GPS waren wir weniger weit gekommen als geplant. Deshalb schauten wir die Karte noch einmal genau an, und merkten, dass der auf der Karte aufgedruckte Distanzen-Massstab falsch war. Die Nachkalkulation zeigte, dass unsere heutige Tagesetappe auch wieder etwas mehr als 20 km lang war.

 

 

ImageIm Laufe des Nachmittages liess der Regen wieder nach. Unsere Route führte immer noch durch eine sehr karge Landschaft, die hauptsächlich aus Schwarz- und Grautönen bestand. Ausserhalb des Einzugsgebietes des Kraftwerks wurde die Strasse wieder zu einer Piste, was uns ein wenig entgegenkam. Gegen Ende der Etappe kämpfte jeder nur noch mit sich selber, vor allem gegen die körperlichen Beschwerden. Felix bekämpfte seine starken Schmerzen in Rücken und Schultern mit Schmerztabletten, und auch wir andern mussten ziemlich auf die Zähne beissen. Da wir uns nun in der Wüste befanden, waren Wasserstellen eher dünn gesät. Deshalb planten wir unsere Tagesetappen auch so, dass wir immer bei einem Bach unser Zelt aufstellen konnten. Das hiess aber auch, dass wir die Etappe nicht einfach verkürzen konnten. So mühten wir uns weiter ab und erreichten gegen Abend einen Zufluss zur Kaldakvisl direkt an der F26. Wir verliessen die Strasse und fanden einen sehr schön gelegenen Zeltplatz der vor allem aus feinem schwarzem Sand bestand, dank des Baches aber auch ein wenig begrünt war.

 

 

ImageWie immer wenn das Zelt stand fühlten wir uns auch hier schon bald sehr heimisch. Nach dem Kochen und Essen gönnten wir uns ein sehr erfrischendes Bad im Bach, was Körper und Seele sehr gut tat. Nicht schlecht gestaunt haben wohl die Insassen eines Geländefahrzeuges, welche gerade vorbeifuhren als sich Felix am waschen war. Bei einer kleineren Entdeckungstour im Umkreis des Zeltplatzes fühlten wir uns wiedermal wie die ersten Menschen, welche jemals diesen Ort betreten haben. Mit diesem guten Gefühl krochen wir müde in unsere Schlafsäcke.

 



 
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