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Zweite Etappe PDF Drucken E-Mail
Nach der eher oftbegangenen Route der ersten Etappe nahmen wir die zweite Etappe von Landmannalaugar nach Nyidalur in Angriff. Die Route führt via Sigalda und Versalir nach Nyidalur.

 

 

7. Tag: Mittwoch 23.7.2003 (Landmannalaugar – See bei Sigalda)

 

Da wir uns heute eine grössere Tagesstrecke vorgenommen hatten, standen wir relativ früh auf heute, nämlich kurz nach 6 Uhr. Mit der ganzen Verpackungszeremonie der neuen Lebensmittel waren wir nach dem Frühstück trotzdem erst um halb 10 abmarschbereit.

 

ImageDas Wetter war immer noch gleich wie in den letzten Tagen. Es nieselte und es blies ein recht kalter Wind. Wir hüllten uns in GoreTex und waren froh, dass wir die kleinen Bäche überqueren konnten ohne die Schuhe ausziehen zu müssen. Schon bald waren wir wieder ganz für uns alleine und nur noch einige Geländefahrzeuge erinnerten daran, dass es hier noch andere Leute gab. Wie erwartet änderte sich das Landschaftsbild komplett. Die Hügel wurden flacher, das Gelände weiter und der Boden sandiger. Grün sah man praktisch keines mehr, nur noch schwarzer Sand und Steine. Wir wanderten nun nicht mehr auf einem ausgewiesenen Wanderweg, sondern auf der einzigen Piste, die durch diesen Landstrich führt, und welche auch von den selten vorbeifahrenden Fahrzeugen benutzt wurde. Doch ausgerechnet während einer Pinkelpause musste der Hochlandbus vorbeifahren.

 

 

Da wir uns offenbar sehr gut erholt hatten an unserem Ruhetag, waren wir sehr flott unterwegs. Trotz Regen, Wind und dem maximalen Traggewicht legten wir die ersten 19 km des Tages in drei Stunden zurück! Wir machten dann Mittagsrast bei einem Fluss, welcher eigentlich unser Tagesziel war. Aufgrund des sich bessernden Wetters und unserer guten körperlichen Verfassung beschlossen wir dann noch bis zum Stausee bei Sigalda weiterzuwandern. Mittlerweile waren wir nicht mehr so schnell unterwegs, denn es machten sich langsam wieder Beschwerden bemerkbar. Dazu gehörten zum ersten Mal auch Blasen an den Füssen, von denen wir bisher noch verschont wurden. Nachdem wir wieder unfreiwillig ein halbes Pack gedörrte Aprikosen denn Trollen geopfert hatten begann die Strasse langsam anzusteigen. Unterschiedliche Vorstellung bei der kurzfristigen Routenwahl und die sich immer stärker bemerkbar machenden Schmerzen liessen die Stimmung in der Gruppe für kurze Zeit etwas sinken; wir waren halt am Anschlag.

 

 

ImageDas legte sich aber bald wieder, als wir unseren Rastplatz direkt am See entdeckten. Es ist sowieso erstaunlich, dass wir immer nach kurzer Suche einen hervorragenden Platz zum Zelten gefunden hatten. Wir kämpften uns noch eine Geröllhalde hinunter und konnten dann unsere Rucksäcke für heute endgültig ablegen. Der Platz war mit trockenem Moos gepolstert und in der Nähe befand sich ein alter Bauwagen, welcher auch schon bessere Zeiten gesehen hatte. Zuallererst gönnten wir uns ein grösseres Nickerchen im Zelt.

 

 

ImageDanach bereiteten wir ein Gourmet-Menu zu: Wir assen die in Landmannalaugar erstandene geräucherte Forelle zusammen mit Safranrisotto, welches wir als Abwechslung zu Pasta von zuhause mitgenommen haben. Anschliessend verdrückten wir wie üblich die Trekking-Mahlzeiten aus dem Beutel, heute war Rindfleisch Stroganoff mit Reis an der Reihe. Zum Dessert gab es dann noch Vanillecreme mit Kirsch. So konnten wir unsere leeren Energiespeicher wieder füllen. Leider hatte es kein fliessendes Wasser. So mussten wir wohl oder übel Wasser aus dem See nehmen, was uns nicht ganz geheuer war. Deswegen füllten wir beide Wassersäcke mit Seewasser und versetzten sie mit Micropur-Forte Tabletten, um das Wasser zu entkeimen. Dummerweise hatte das Wasser danach einen leichten Chlorgeschmack, da man, wie wir aber erst zu Hause merkten, zu den Micropur-Forte Tabletten anschliessend noch ein Anti-Chlor-Mittel zugeben muss, welches die Chlorionen bindet. Den Chlorgeschmack konnten wir zumindest in der Vanillecreme mit einem guten Schuss Kirsch verdrängen.

 

 

ImageZur Abendunterhaltung diente das Taschenradio von Balz, mit welchem wir an diesem Ort drei isländische Sender ziemlich gut empfangen konnten. Es war ein ganz spezielles Gefühl, hier mitten in der Einsamkeit zu sitzen, über den See zu blicken, den Himmel zu beobachten und dazu Musik zu hören. Sogar Simon konnte sich in Anbetracht dieser besonderen Szenerie dazu überwinden, bei Phil Collins oder Celine Dion nicht gleich das Radio im See zu versenken, im Gegenteil. Er liess sich sogar dazu verleiten, eine kleine Gymnastiklektion zu leiten! Aerobic mit Musik mitten in Island! Ein weiteres Highlight unserer Reise, und ein guter Abschluss dieses sehr anstrengenden Tages.

 



 
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