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Erste Etappe PDF Drucken E-Mail

Die erste Etappe startete an der Südküste Island, in Skogar. Nach der Anreise per BSI- Bus fiel der Startschuss zur Expedition am wunderschönen Skoga-Foss. Hier der Tourenbericht der ersten Etappe von Skogar nach Landmannalaugar.

  

  

  

1. Tag: Donnerstag 17.7.2003 (Reykjavik – Skogar – Baldvinskali)

 

Um 0720 standen wir auf, die Wildnis rief! Nach dem hastigen Frühstück im Zimmer deponierten wir das Handgepäck im Hostel und verabschiedeten uns für die nächsten knapp vier Wochen vom Flóki Guesthouse.

 

 

Image Wegen den schweren und sperrigen Paketen gönnten wir uns ein Taxi für den kurzen Weg zum Busterminal. Dort gaben wir am Schalter die Pakete auf, welche wir später nach fünf resp. zwölf Tagen in Empfang nehmen würden. Anfangs waren wir noch sehr skeptisch ob das mit dem verschicken der Pakete auch wirklich klappen sollte, doch die routinierte Abfertigung am Schalter beruhigte uns diesbezüglich sehr. Nachdem wir das teure Busbillet gekauft hatten bestiegen wir den Bus, welcher uns in drei Stunden nach Skógar brachte. Alles war organisiert, verpackt und verschickt, jetzt mussten wir nur noch wandern; ein gutes Gefühl. Obwohl einige von uns die halbe Busfahrt verschliefen war die Landschaft alles andere als langweilig. In knapp 20 Minuten gelangt man von der achtspurigen Autobahn in Reykjavik in eine grünschwarze Lavawüste mit einer engen zweispurigen Asphaltstrasse.

 

 

Das Wetter war besser als wir es erwartet hatten. Es war mehrheitlich sonnig und nur teilweise bewölkt. Nach verschiedenen Stopps in Selfoss und an ein paar Tankstellen erreichten wir Skógar kurz vor Mittag bei schönstem Wetter.

 

 

 

Image Am Skógafoss merkten wir, dass wir wohl nicht ganz die einzigen sein werden, welche den Laugavegur unter die Füsse nehmen. So sattelten wir zum ersten Mal die Rucksäcke um den ersten steilen Aufstieg beim Skógafoss in Angriff zu nehmen. Wie erwartet waren die Rucksäcke nach dem Beladen mit den Lebensmitteln und den Benzinreserven relativ schwer; so zwischen 22 und 25 Kilogramm. Beim ersten Aufstieg merkten wir schon mal wie wichtig die Wanderstöcke waren, die wir früher noch belächelt hatten und die wir alle nur ausgeliehen hatten, da keiner solche Stöcke kaufen wollte. Es war so warm wie wir es kaum erwartet hätten, und es gab keine Anzeichen für Regen weit und breit, obwohl gerade Island berühmt ist für das wechselhafte Wetter. Wir schwitzten sehr stark und mussten ständig unsere Wasserreserven auffüllen, was aber dank dem Bach Skóga kein Problem war.

 

 

 

Die Landschaft war erstaunlich grün aber auch steinig. Schöne Wasserfälle gab es alle paar Meter. Das bedeutete allerdings auch, dass der Weg stetig bergauf führte. Laut Plan mussten wir heute fast 1000 Höhenmeter in 12 km bewältigen; ein relativ happiger Einstieg in eine gut dreiwöchige Tour! Dank GPS konnten wir die Höhe bestimmen und uns ausrechnen wie hoch wir noch steigen mussten (was nicht immer sehr motivierend war, weshalb Balz oft um einige Meter aufrundete).

 

 

 

 

 

ImageErste Beschwerden zeichneten sich nach ca. zwei Streckendritteln ab. Felix bekam Krämpfe in den Oberschenkeln, was ihn ziemlich behinderte. Nach der Flussüberquerung (Brücke) musste er dann richtig beissen bis zum Schluss. Balz hatte Magenprobleme, konnte aber alles bei sich behalten. Das ganze bremste uns ziemlich und die letzte Strecke zog sich ziemlich in die Länge. Schlussendlich trafen wir bei der unbemannten Hütte Baldvinskali an. Da für unser Geschmack zu viele Leute dort waren wanderten wir noch ein paar Meter weiter in die Senke. Dort fanden wir einen Lagerplatz direkt am kleinen Bach bei einem Schneefeld. Wir stellten unsere Zelte auf und legten uns anschliessend in die Sonne! Das hätten wir uns auch nie erträumt, dass wir uns am ersten Abend in den wärmenden Sonnenstrahlen von den Strapazen erholen und dabei fast noch einen Sonnenbrand einfangen würden.

 

 

 

ImageSpäter nahmen wir zum ersten Mal hier die Benzinkocher in Betrieb, wobei die erste Portion Bouillon mit Pasta den Trollen geopfert wurde (also eigentlich ist der Topf umgefallen). Nach der zweiten Portion bereiteten wir die Trekking-Mahlzeiten zu, d.h. Wasser kochen, in Tüte giessen, 10 Minuten ziehen lassen fertig. Dieser Beutelfood schmeckte erstaunlich gut (vielleicht war auch der Hunger daran schuld) und das wichtigste war, dass sich anschliessend tatsächlich ein Völlegefühl einstellte. Beim Probeessen zuhause verdrückten wir nach einer halben Portion Trekking-Mahlzeit noch ein halbes Menu, was uns daran Zweifeln liess, dass dieser Fertigfrass uns wirklich satt machen würde. Nun konnten wir sicher sein, dass wir genügend zu Essen dabei hatten. Als Dessert gönnten wir uns ein Schoggimousse mit einem Schuss Kirsch. Bald darauf verzogen wir uns in die Zelte mit dem guten Gefühl, dass bisher dank unseren langen Vorbereitungen alles optimal geklappt hat. Für das Schreiben im Tagebuch um 2230 Uhr benötigte man keine Taschenlampe; es war draussen noch so hell, wie in der Schweiz im Sommer abends um sieben Uhr. Felix präsentierte uns heute schon seine Überraschung: ein Calvin & Hobbes Comicbuch, in welchem wir nun jeden Tag den „Calvin of the Day“ lesen konnten.



 
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